Vor allem sollte schon in der Ausbildung so gut bezahlt werden, dass es sich auch lohnt den entsprechenden Beruf zu erlernen. Viele Jugendliche schauen auch danach, was in der Ausbildung verdient wird. Es kann nicht im Interesse einer Firma sein, wenn der Azubi nach getaner Arbeit noch zu nem Nebenjob geht, um seine Kohl aufzubessern.
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Smithie, das sehe ich nicht so. Ausbildung kostet den Unternehmen Geld, das Andere erarbeiten müssen. Wenn ein kleiner Handwerksbetrieb ausbildet, dann ist das dort oft deutlich zu spüren.
Und jemand, der studiert, der bekommt zunächst mal gar nichts, selbst Bafög ist ja nur ein Darlehen, d.h. für Millionen Menschen ist es völlig normal, erst nach der Ausbildung richtig zu verdienen.
Ansonsten gilt das, was Kehrwoche schon geschrieben hat: Wer mehr bezahlt, der bekommt die besseren....
Jede Geschichte hat vier Seiten. Deine Seite, Ihre Seite, die Wahrheit und das, was wirklich passiert ist.(Bruce Sterling)
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Joe, es kann aber nicht sein, dass Manche in ihrer Ausbildung mit 200 € nach Hause gehen und auch Werte schaffen. Viele Azubis werden doch gleich in die Prozesse mit eingebunden, was ja auch so sein soll - aber dann sollen sie auch "angemessen" Lehrlingsgeld bekommen.
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Was ist denn 'angemessen'?
Ich habe bei einem ganz kleinen Handwerksbetrieb gelernt.
Damals bekam ich im ersten Lehrjahr 350 DM.
Eine eigene Wohnung konnte ich mir erst nach der Lehre
mit 19 Jahren leisten, ein Auto sowieso erst später.
Das fand ich völlig normal und auch 'angemessen'.
Heutzutage, so kommt es mir vor, wollen Auszubildende sofort
für alles Geld haben. Auto, Wohnung, nicht zu vergessen die
total wichtigen Wochenendpartys.
Ich empfinde die heutige Jugend als maßlos und unrealistisch.
Idioten eben.
Lächele und winke, denn du kannst sie nicht alle töten.
Aber du kannst sie so irritieren, daß sie vor einen Bus laufen.
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naja, es werden von den azubis heute aber auch fin. kraftakte erwartet, die du mit 200 euronen lehrlingsgeld nicht stemmen kannst, z.b. das sie pünklich zum 18. geburtstag nen führerschein haben, um schichtdienste mitmachen zu können..., sonst evt. ausbildung ade, mglst noch nen auto gleich dazu. wenn du ländlich wohnst ist sowas fast grundvorraussetzung. dann solltest du nach der ausbildung in manchen berufen mglst. auslandserfahrung sammeln (das geld sparst du dir dann während der ausbildung zusammen). also auto sehe ich nicht als luxus an, sondern in manchen jobs/ausbildungen als bittere notwendigkeit, solange es keinen rundumdieuhrnahverkehr gibt, oder das wort "werksbus" heute nicht mehr existiert. jeder wohnt nicht ums eck zum azubibetrieb und lernt von 7 bius 16 uhr.
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Das bedeutet dann ja, daß die Zahlung von hohem Lehrgeld für den
Arbeitgeber wichtig ist, weil er sonst keine Lehrlinge bekommt?
Naja, wenn ich als Lehrling keine Kohle für Führerschein und
Auto habe, so muss ich mir eine Lehrstelle ohne diese Voraussetzung suchen.
Als Arbeitgeber wäre es mir egal, wie der Azubi zur Arbeit kommt.
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Zitat von nüscht im Beitrag #156
Naja, wenn ich als Lehrling keine Kohle für Führerschein und
Auto habe, so muss ich mir eine Lehrstelle ohne diese Voraussetzung suchen.
Als Arbeitgeber wäre es mir egal, wie der Azubi zur Arbeit kommt.
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Ich würde dem Azubi Voraussetzungen für eine vernünftige Lehre geben.
Nicht Voraussetzungen, daß ich ihn als billigen Mitarbeiter mißbrauchen kann.
Und deshalb halte ich Ausbildungsvergütungen die an den Normallohn grenzen
für falsch.
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Ich denke ich habe mit weitaus weniger Lehrgeld angefangen als du und in manchen Dingen hast du recht, aber auch unrecht...den die Zeiten haben sich gewaltig geändert und der
Führerschein ist heute ein fast muß...wer Ihn nicht hat, hat eine Bildungs und Finanzlücke die in der Gesellschaft nicht geduldet wird. Das ist traurig, aber es ist so.
Und wenn ich warte bis ich die Kohle habe, kann es passieren das ich 40 Jahre und mehr auf den Buckel habe, bis ich den Führerschein habe...nicht nur das es immer schwieriger wird
Ihn zu machen, sondern auch immer mehr die Kosten steigen. Wenn ich erzähle das ich für den Führerschein 400 Deutsche Mark bei 9 Stunden gemacht habe, glaubt das kein Mensch
mehr heute, bei den heutigen Preisen die einfach nur überzogen sind. In einen Fall gebe ich Dir recht, das Auto sollte man sich schon selbst erwirtschaften müssen. Aber der Führerschein
ist ein Muss.......
wer fehler findet, darf sie behalten, ich habe reichlich davon.
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Du wirst es nicht für möglich halten, aber ich gebe dir in allen Punkten recht, delta.
Dieses gewinnorientierte denken nervt mich mittlerweile sehr.
Vielleicht bin ich zu liberal und denke nicht so sehr an Profit
sondern an Qualität. Azubi sein war früher leichter.
Führerschein machen auch. Auto+Motorrad für 450 DM ist nicht mehr möglich.
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Allein schon die Kosten für Theorie und Praxisanmeldung ... da kommt man ja schon locker auf über 150 € ... und wer wie ich 1x durch die Praktische gerasselt ist ...
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Nur als Information. Nicht erschrecken! Ein Führerschein der Klasse LKW + Bus + ADR (Gefahrgut + Tank) + Kranschein (LKW-Kraftarm) kostet in der ERWEITERUNGSRICHTUNG von C1E auf CE und DE ungefähr 12.000-14.000 Euro. Da hat aber derjenige/diejenige noch nicht seine/ihre Miete und die Nebenkosten bezahlt, zu essen hatte er/sie auch noch nichts. Hierbei spreche ich von einer Vollzeitmaßnahme. Fällt dann etwas auf. Bitte daran denken, daß die Lehre, besser bekannt unter dem Begriff Berufserfahrung, erst hinterher beginnt.
Wer sind die besten Fälscher der Welt, die Medien! Wer das alles glaubt, was alles so da drin steht und gesagt wird, (Presse, Rundfunk, Fernsehen, Internet), dem ist nicht zu helfen!
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Ja, aber ein klassischer Lehrberuf ist doch der Berufskraftfahrer nicht.
Ich meinte was ganz normales mit dualem Ausbildungssystem.
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Zitat von nüscht im Beitrag #163
Ja, aber ein klassischer Lehrberuf ist doch der Berufskraftfahrer nicht.
Ich meinte was ganz normales mit dualem Ausbildungssystem.
Wer sind die besten Fälscher der Welt, die Medien! Wer das alles glaubt, was alles so da drin steht und gesagt wird, (Presse, Rundfunk, Fernsehen, Internet), dem ist nicht zu helfen!
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Hallo Michaka, mal sehen ob ich Dir eine zufrieden stellende Antwort geben kann. Einige User haben mir da schon ganz gut vorgegriffen. Kehrwoches Ungleichgewicht ist da ein Beispiel. Dies hat eine Ursache. Ich da unter anderem das Image was Branchen aufgedrückt wird. Das hat dann schon Einfluss auf die Jugend, wenn die sich für einen Ausbildungsberuf entscheiden sollen. Was bis ca. eh nicht so einfach ist. Bis dahin besteht bei einem Teil ja noch Orientierungslosigkeit. War bei mir auch so.Deine Argumente auf meine Firma bezogen, sind komplett daneben, weil bei mir nicht anwendbar. Das Argument "Ausbildung kostet viel", kann so pauschal nicht richtig sein. Unternehmen die mehr Leute ausbilden als sie anschließend benötigen, liefern ja den Beweis. Unternehmer die ihre Firma langfristig führen wollen, Betonung liegt auf Wollen, bilden nur soviel Leute aus, wie sie zum Weiterbetrieb benötigen. Bei den Bewerbungsgesprächen wird entschieden. Wie richtig die Entscheidungen sind, stellt sich erst im frühesten Fall noch während der Lehre, im Normalfall erst danach raus. Wir hatten schon mal Paretos 80:20 Regel. So gut auch die Zensuren bei der Einstellungsentscheidung waren, auch da fallen etwa 20% aus, weil sie erst während der Ausbildung feststellen, dass ihnen etwas anderes besser liegt. Ungeeignete kommen noch dazu. Während meiner Maurertätigkeit hat sich auch bei mir gezeigt, dass ich Eigenschaften für den Verkauf in mir habe. Zu dem Zeitpunkt als sich das zeigte, war mir das noch lange nicht bewusst. Du scheinst diesen Punkt der Späterkennung ausser Acht zu lassen. Der trägt unteranderem zur Fliktationsquote bei, die in jedem Unternehmen vorhanden ist. Waren meine Ausbildungen zum Maurer und Dachdecker deshalb umsonst? Den Run auf bestimmte Branchen führe ich aufs Image zurück. Das sorgt für genanntes Ungleichgewicht. Kann sich noch jemand an das Image von Reinigungskräften in der DDR erinnern? Auch das waren Berufe mit Ausbildung. Wie
sieht es heute mit dieser Branche aus? Ausbildung wird wohl trotzdem noch betrieben. Am WE hatte ich erst so eine Unterhaltung mit einem ungelernten aus
der Metallbranche. Der ist ja der festen Ansicht, daß Putzis ungelernte Leute sind, und deren Job jeder machen kann. Er wurde dann auch etwas ruhiger als
ihm klar machen konnte, dass es auch da ausgebildete Kräfte gibt, die er mit seiner Betrachtungsweise entwürdigt. Er ist ja ungelernt. Das sind die Dinge die
mit dem Image zu tun haben.
Smithie, Lehrlinge sollten generell nur zwischen 10 und 15% des Facharbeiterlohnes bekommen, der im Unternehmen gezahlt wird, dem der Lehrling angehört.
Mehr nicht. Bei annähernd gleichen Branchenlöhnen unterschiedlicher Branchen, wird auch da der Unterschied kleiner, und der Imageverlust auch. Du stellst
ja Forderungen für Lehrlinge, die hat sich noch nicht einmal der Sozialismus erlaubt. Vor etwa elf Jahren, als ich für eine ZF als LKW Fahrer unterwegs war,
lief jeden Morgen ein junger Mann, Maler von Beruf und ohne Führerschein, in Richtung Aalen. Nach dem dritten oder vierten mal hab ich angehalten und ihn
mitgenommen. Er lief mehr als acht Kilometer, weil sein Dorfbus den Aalener Bus verpasst. Der Junge ist ein Bsp. dafür, dass es auch ohne Fläppen geht,
wenn man nur will." Lehrjahre sind keine Herrenjahre". Schon mal gehört? Muterheimat hat es schon benannt. Die eigentliche Ausbildung erfolgt erst nach der
Lehre. Diesen Punkt ignorieren so manche Unternehmer, die dann die Bezeichnung auch nicht verdienen. Als ich letzte Woche von der fehlgeleiteten
Ausbildung schrieb, hab noch nicht gewußt wie nah in der Nachbarschaft das zutrifft. Unser ehemalige Nachbar kam am Sonnabend mit seinem Sohn zu mir
an den Stand.Der Junge hat eine Tischlerausbildung gemacht. Die Firma hat 12 Lehrlinge ausgebildet. Eine scheinbar recht gut gehende Firma. Warum
übernehmen die dann nur einen? Er war es nicht. Der Junge ist nicht mehr in der Lage eine Zukunftsentscheidung für sich zu treffen. Wie auch?
Michaka, Du fragst ernsthaft was Versicherungsrecht mit Arbeitsrecht zu tun hat? Hast Du wirklich so wenig Ahnung, um zu erkennen wie sehr Arbeitsrecht
dadurch beeinflusst wird?
Fachkräftemangel ist für mich schon ein Zeichen von fehlgeleiteter Ausbildungspolitik. Ausbilden sollten allerdings auch nur Firmen die Nachwuchs suchen, denn nur die wissen was an Nachwuchs benötigt wird. Keiner kann Nachwuchsausbildung besser als das Unternehmen selbst. Staatliche Ausbildungskontrolle ist obligatorisch. Es geht ja in erster Linie um Volkswirtschaft. Sollte es zumindest.
Genügt das erst mal? Frag ruhig. Die anderen haben auch einiges im Ärmel.
Doch nüscht, es ist ein anerkannter Beruf. Den soll es allerdings erst nach 1990 in der neuen BRD geben. Vorher gab's den schon in der DDR.
Nehmt euer Herz in beide Hände, und macht was draus. (Zitat von Lutz Bertram. Ehemaliger blinder DT64 Moderator, den leider die Stasi in ihre Fänge bekam)
Buhli
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