Zu deinem PiBB 22 das hier :
Dort war neben einer Dienststelle der Zivilverteidigung (die westlich, von der Apollofalterallee aus gesehen rechts in dem Häuserblock residierte) das Pionierbaubataillon 22 (PiBB-22) stationiert (das östliche Gebäude war dessen Stabsgebäude). Das war eine Einheit, die dem Chef Pionierwesen direkt zugeordnet war. Das Bataillon bestand aus 4 oder 5 Kompanien und einem Führungszug, die Aufgaben im Kriegsfall waren einerseits das Verlegen von Minenfeldern als auch der Aufbau von Absetzbrücken. Allerdings hatte die Einheit nicht wirklich viel mit Armee zu tun. Hier waren überwiegend Wehrdienstleistende mit handwerklichen Berufen konzentriert, die nach Absolvierung der Grundausbildung als Bauarbeiter auf Ostberliner Prestige-Baustellen aushalfen (Bau des Palast der Republik, war wohl Gründungsanlass für die Einheit, später Wiederaufbau Konzerthaus am Gendarmenmarkt und etliches anderes). Dazu gab es noch einen großen Fahrzeugpark mit Mobilmachungstechnik und entsprechende Ausrüstungslager.
http://forum.hidden-places.de/forum.php
Den zivilen Einsatz von Soldaten kann ich nur gut befinden, besser, als wenn sie in der Kaserne verkümmern. Leider werden sie heutzutage erst nach
langem Überlegen zivil eingesetzt, Stichwort diverse Hochwasser. Es könnte schneller zu Entscheidungen kommen, denn sie kosten so oder so Geld.
Dein Politoffizier war kein Dienstgrad und schon gar keine "Gattung", sondern eine Dienststellung, nicht mehr und nicht weniger.
Parallelen finden sich in der Bundeswehr im Jugendoffizier,
http://www.jugendoffizier.eu/unsere-vortraege/
nur in die entgegengesetzte Richtung.
vorwärts immer, rückwärts nimmer
E.H.
Zitat von altberlin im Beitrag #111
Es darf gelacht werden. Das war keine Vereinigung, sondern eine Vereinnahme.
Zitat von altberlin im Beitrag #111Der stärkste gemeinsame Nenner war die DM mit einigermaßen moderaten Umtauschkurs, aber welche anderen Wünsche wolltest du denn noch erfüllt haben? Wir hatten doch keine Alternative, als schnell beizutreten, ehe vielleicht Russe zurückgekommen wäre, zum Beispiel durch einen Putsch wie 1991 geschehen.
Forderungen und Wünsche von 17 Mill. Deutschen wurden in keinster Weise berücksichtigt oder beachtet, außer dem Ruf nach der D-Mark, mit bis heute spürbaren Folgen.
Zitat von altberlin im Beitrag #111
Massenarbeitslosigkeit und Verödung ganzer Landstriche sind die besten Beweise dafür.
Zitat von altberlin im Beitrag #111
Das ist meine Meinung, und ich erwarte, daß du diese akzeptierst, ohne wieder ausfällig zu werden. Ich denke, das bist auch du der
Demokratie schuldig.
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Daneel, meine Antwort ging an unseren russischen Freund igorsubotnik, nicht an dich, ebenso die Bitte, meine Meinung zu akzeptieren (ohne ausfällig
zu antworten).
Im Übrigen kannst du gern anderer Meinung sein, es gibt jedoch genug Nichtgenossen, die andere Vorstellungen von einer Zusammenführung
beider Staaten hatten.
Und eben weil es nach GG § 23 geschah, war es ein Anschluß ohne jegliche Möglichkeit, es anders gestalten zu können.
Es gibt da nun mal unterschiedliche Ansichten, was die Gesetze daraus machen, steht auf einem anderen Blatt.
Was die Wirtschaft anbelangte, bin ich relativ gut informiert. Sicher konnte nicht alles erhalten werden. Ich habe da so manche (fast) Industrie-
ruine gesehen.
Nur, an der bis heute propagierten niedrigeren Arbeitsproduktivität im Osten hege ich so meine Zweifel, seit ich das Arbeitstempo im Westen über
10 Jahre live und in unmittelbarem Umfeld erleben durfte.
vorwärts immer, rückwärts nimmer
E.H.
Die Arbeitsproduktivität hatte ja auch nichts damit zu tun, dass sie langsamer oder fauler waren, sie sagt nur etwas darüber aus was für Produkte (Einnahmen) du mit wieviel Arbeitskraft erwirtschaftest. Und wenn die Leute auf Grund von Materialmangel, schlechter Maschinen etc. nicht arbeiten können, dann hat man eine schlechte Arbeitsproduktivität, und wenn man dann nur Produkte raushaut, die keiner braucht oder die nicht Stand der technik sind, oder nur billig weil subventioniert, dann funktioniert es einfach nicht. Und welbst wenn tolle Produkte erzeugt werden, und man feste Lieferverträge, zum Beispiel beim Waggonbau, da ist der Abnemer dann zahlungsunfähig, und du bleibst auf deinen Sachen sitzen. Zurück zum Beitritt nach Paragraf 23, es war die einzige Möglichkeit ohne Volksbefragung zum Westen zu kommen, und die Stimmung pro Einheit stand im Westen bei 50:50, in der damaligen DDR bei ca. 80 % pro, wegen des damals vermuteten engen Zeitfensters (Unklarheit über den Halt von Gorbatschow) hat man diesen Weg nehmen müssen. Stell dir vor wir hätten diese Chance verpasst, die ganze Welt hätte uns ausgelacht. Und wir wären wahrscheinlich ein Satellitenstaat von Putin.
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Daneel, Du willst uns aber jetzt nicht erzählen, dass die Heilsbringer aus der damaligen BRD, heiß auf die maroden Betriebe waren.Die sind schön ignoriert worden. Die effektivsten sind weg gegangen, wie heiße Semmeln. Das haben die Wachstumsraten im Westen gezeigt. Das Auftragsvolumen DDR-OSTBLOCK, hat sich nämlich auch kurz nach der Auflösung nicht geändert. Ist nur in Richtung Westen gewandert. Es war wirklich nur ein Beitritt. Mehr nicht. Das eine oder andere Alibizugeständnis sollte zwar Vereinigung suggerieren, hat aber für denken könnende, wirklich nur Alibifunktion. Es gibt da einige Beispiele.
Nehmt euer Herz in beide Hände, und macht was draus. (Zitat von Lutz Bertram. Ehemaliger blinder DT64 Moderator, den leider die Stasi in ihre Fänge bekam)
Buhli
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Zitat von igorsubotnik im Beitrag #120
Unsere NVA war halt was Spezielles. Die NVA war eigentlich eine SED-Organisation mit militärisch-industriellem Anhang:
Der Chef der Politoffiziere (einer Gattung die hierzulande unbekannt ist) im Strausberger Ministerium, der nach der Niederschlagung des Aufstandes in Peking dort bei seinem chinesischen Kollegen seine Aufwartung machte, war Stellvertretender Chefredakteur des Neuen Deutschland.
Was die NVA und die zivile Wirtschaft angeht heißt es bei Wikipedia - die lügen sowieso-Zitat
Kurz vor dem Ende der DDR bestanden acht Bauregimenter und zehn schwere Bataillone. Mit der zunehmenden Wirtschaftskrise mussten ab 1988 alle Soldaten des dritten Diensthalbjahres für die zivile Wirtschaft arbeiten. 1989 wurden rund 10.000 Soldaten in dieser Art eingesetzt.
Das Pionierbaubataillon 22 (PiBB-22) war direkt dem Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV) unterstellt. Die im Ostsektor von Berlin gelegene militärische Einrichtung mit ihrem Hubschrauberlandeplatz war ein Verstoß gegen den Viermächte-Status der Stadt. Aber das kennt man ja auch heute von den Russen. Das Völkerrecht wird nur bedarfsweise beachtet.
Wo war denn da ein Hubschrauberlandeplatz ? Etwa vor dem Kasernentor auf dem Elsterwerdaer Platz ode rauf dem Acker hinter der Kasernenmauer ?
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Es ist schon eine sehr glückliche Fügung gewesen, daß sich Kanzler Kohl und Russlands Chef Jelzin auf den vergleichsweise unproblematischen Abzug der 300000 Rotarmisten so schnell einigen konnten.
Was die Politoffiziere bei der SED Armee betrifft, diese Leute waren ein Erbe der Roten Armee, denn in vielen Bereichen war der SED-Staat eine kleine Kopie Sowjetrusslands. Deswegen gibt es diesen Typus von Offizieren in verschiedenen Armeen des Ostblocks, in den Armeen von demokratischen Ländern des Westens gibt es keine Politoffiziere, und alles andere, was user altberlin dazu gegenteiliges sagt, ist unzutreffend.
Einem SED-Politoffizier war nach der Wende seine Tätigkeit so peinlich, daß er (vergeblich) gerichtlich versuchte, die Medien zu verklagen, wenn sie über seine Tätigkeit berichteten. Bei der Bundeswehr war man der Meinung, daß man der Bevölkerung eine weitere Tätigkeit dieses Personenkreises dort nicht zumuten könnte. Es wurde daher von den Leuten niemand übernommen.
Die Politoffiziere bei der SED-Armee waren direkt dem Chef der Politischen Verwaltung unterstellt und waren daher der direkte Transmissionsriemen der SED in die NVA. Bekanntlich war das der SED auch noch zu wenig, um die Kontrolle abzusichern. Zusätzlich mußte so gut wie jeder Offizier der NVA auch SED-Mitglied sein, eine Einzigartigkeit der Bindung an eine Partei in einer deutschen Armee. Zusätzlich als weitere Absicherung waren auch noch die Stasi-Spitzel bei der NVA mit von der Partie. In den sogenannten V-Null Einheiten operierten sie als verkleidete NVA-Leute und waren beispielsweise für die Post-Schnüffelei der Wehrpflichtigen zuständig.
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Zitat von Hansrudi im Beitrag #127
Wo war denn da ein Hubschrauberlandeplatz ? Etwa vor dem Kasernentor auf dem Elsterwerdaer Platz ode rauf dem Acker hinter der Kasernenmauer ?
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Da befindet sich jetzt eine Grünanlage mit Spielplatz
.
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E.H.
Auch nicht neues , dein Link .
Davon mal abgesehen sind ja Hubschrauber dafür da, um auf unwegsamen Gelände zu landen . Selbst Rettungshubschrauber landen mitten auf der Autobahn oder in Wohngebieten .
Und mit einem Segelflugzeug konnte man sogar in Moskau auf dem Roten Platz landen ...
Leider sind aber in Biesdorf die Allierten nicht einmal zum `Tag der NVA - offenen Tür` in die Kaserene hereingekommen , auch nicht in ihrer Paradeuniform .
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Zitat von Hansrudi im Beitrag #131
Auch nicht neues , dein Link .
Davon mal abgesehen sind ja Hubschrauber dafür da, um auf unwegsamen Gelände zu landen . Selbst Rettungshubschrauber landen mitten auf der Autobahn oder in Wohngebieten .
Und mit einem Segelflugzeug konnte man sogar in Moskau auf dem Roten Platz landen ...
Leider sind aber in Biesdorf die Allierten nicht einmal zum `Tag der NVA - offenen Tür` in die Kaserene hereingekommen , auch nicht in ihrer Paradeuniform .
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Die Freunde waren nicht weit weg , gleich um die Ecke in Karlshorst , die waren fix da zum klären .
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Zitat von Buhli im Beitrag #125
Daneel, Du willst uns aber jetzt nicht erzählen, dass die Heilsbringer aus der damaligen BRD, heiß auf die maroden Betriebe waren.Die sind schön ignoriert worden. Die effektivsten sind weg gegangen, wie heiße Semmeln. Das haben die Wachstumsraten im Westen gezeigt. Das Auftragsvolumen DDR-OSTBLOCK, hat sich nämlich auch kurz nach der Auflösung nicht geändert. Ist nur in Richtung Westen gewandert. Es war wirklich nur ein Beitritt. Mehr nicht. Das eine oder andere Alibizugeständnis sollte zwar Vereinigung suggerieren, hat aber für denken könnende, wirklich nur Alibifunktion. Es gibt da einige Beispiele.
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Daneel, das ist zu pauschal gewertet. Das effektivste was die DDR hatte, war der Metallurgiehandel. Das ist jetzt ein Beispiel, welches mir aus dem Stehgreif einfällt. Der war Ruck zuck zerlegt und aufgeteilt. Frag mal bei Rheinmetall nach. Die konnten damals schon mit dem Thema was anfangen. Ob die sich noch erinnern können? Die staatliche Versicherung muss dermaßen überschuldet gewesen sein, dass sich die Allianz regelrecht darum gerissen hat. Das westdeutsche Produkte damals billiger als DDR Produkte waren, haut für mich nicht ganz hin. Billiger angeboten, lass ich gelten, weil kaum Investitionen notwendig waren, und diverse Subventionen flossen. Seit einigen Jahren sind diese Praktiken ja in der EU üblich. Damit macht sie schließlich die afrikanische Wirtschaft kaputt. So billig wie sie auf dem Kontinent auftritt, ist sie nicht in der Lage, zu produzieren. So lief es auch zu Nachwendezeiten. Es gab da mal eine Vergleichsstudie. Da wurde versucht, ein Land zu finden, welches in etwa die gleiche Wirtschaftskraft, wie die DDR hatte. Man kam auf Österreich. Dadurch, dass die auch noch einen Wechselkurs von 1:7 zur DM hatten, ging es noch einfacher zu ermitteln, was mit der Österreichischen Wirtschaft gelaufen wäre, wenn die über Nacht die DM bekommen hätten. Das Ergebnis war schon erstaunlich. Die wäre genau so kaputt gegangen. War die damals auch marode?
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