Zitat von Buhli im Beitrag #98
Die Biographie, oder das entsprechende Interview mit dem Ministerpräsidenten von SA, wird ihn sicher etwas vom Hocker hauen. Das zerstört nämlich sein Bild, was er hier von sich gibt. Allerdings von so manch anderem auch." NVA Verweigerer geht zu den Bausoldaten. Erlebt da eine sehr schöne Zeit, und studiert anschließend in der DDR. "
Zitat
Der auch schon mal im Winter kilometerweit zum katholischen Religionsunterricht lief, weil der Schaffner ihn aus dem Zug geworfen hatte. Dem trotz eines 1,0-Abschlusses der Zugang zum Abitur verwehrt werden sollte - die Mutter setzte das dann doch durch. Haseloff, der bei der Armee fast an Gelbsucht starb und - weil er Bausoldat war - zur Strafe ein zweites Mal eingezogen wurde.
http://www.mz-web.de/mitteldeutschland/h...6,17555380.html
Also so glatt war dann die Militär-Karriere des MP Haseloff nun doch nicht.
Tatsächlich ist es natürlich albern, die massiven Nachteile schönzureden, die ein "Bausoldat" im SED-Staat hinnehmen mußte.
Wehrdienstverweigerung gab es im SED-Staat bis zu seinem Ende nicht. Das paßte schon von der Ideologie nicht, der militärische Berater und stellvertretende Chefredakteur des "Neuen Deutschland" Herbell, in Personalunion als NVA-Oberst befand, dass die "Waffenführung" die "ehrenvollste Beschäftigung" sei, "von der nur Körpergebrechlichkeit, Blödsinn oder das Verbrechen ausschließen können."
Wer sich nicht abseitiges Gerede anhören möchte, kann stattdessen auf gründliche und systematische Betrachtungen zum Thema Bausoldaten hier zurückgreifen:
http://www.horch-und-guck.info/hug/archi.../heft-46/04602/
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Zitat
Wer sich nicht abseitiges Gerede anhören möchte, kann stattdessen auf gründliche und systematische Betrachtungen zum Thema Bausoldaten hier zurückgreifen:
http://www.horch-und-guck.info/hug/archi.../heft-46/04602/
Aha, der Weisheit (Wahrheit) letzter Schluß. Die Bürgerrechtler sprechen.
vorwärts immer, rückwärts nimmer
E.H.
Zitat von altberlin im Beitrag #107
Aha, der Weisheit (Wahrheit) letzter Schluß. Die Bürgerrechtler sprechen.
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Merk dir bitte, ich nöle nicht.
Ich bin es lediglich leid, stets bei allen Dingen die "Bürgerrechtler" ins Feld geführt zu bekommen.
Geschichtsunterricht brauche ich nicht, habe die Wende live erlebt, bei vollem Bewußtsein und mit allen Konsequenzen im Anschluß.
Wo sind die Bürgerrechtler denn heute alle geblieben ? Kaum einer, der sich in der großen Bundespolitik wiederfindet, weil sie sich
haben überrollen lassen von den Altparteien.
Solche Typen, die nur die Implosion der DDR herbeigeführt haben, dann aber die Ruder schnell aus der Hand gaben kann ich nicht brauchen.
Heute krebsen die doch nur noch gutbezahlt in Mahn- und Gedenkstätten rum.
.
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E.H.
Zitat von altberlin im Beitrag #109
Solche Typen, die nur die Implosion der DDR herbeigeführt haben
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Zitat von igorsubotnik im Beitrag #110
Die Bürgerechtler gehörten zu den Gruppierungen, die dafür sorgten, daß die Agonie dann doch ihr Ende fand.
vorwärts immer, rückwärts nimmer
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Ich finde, wenn man heute durch dieselben Orte fährt, ein Unterschied wie Tag und Nacht.
Gemessen am Ausgangspunkt, ist ordentlich was erreicht worden. Sogar die geschenkte Westrente vom Klassenfeind kann jetzt kostengünstig im ehemaligen Ostblock verjubelt werden.
Was die Bevölkerung im SED-Staat zur Wende wollte, ist am Ergebnis der ersten und damit auch letzten wirklichen Wahlen in dem Gebiet abzulesen. Der Auftrag an deMaziere lautete, schaff uns den SED-Staat möglichst schnell vom Hals, sonst gehen wir zur D-Mark.
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@Hansrudi
Bausoldaten(Hoch-/Tiefbau) waren reguläre Soldaten bei der NVA, während Spatentruppen
praktisch nur Hilfsarbeiter waren und aus den unterschiedlichsten Gründen keine Waffen
anfassten. Sie durften, wie ich mal gehört hatte, nicht mal ne Kettensäge bedienen.
Baupioniere waren ebenfalls reguläre Truppen und bauten Wege, Brücken, Behelfsflugplätze
usw.. Sie hatten aber elenden Stress bei der Fahne(?). Weiß aber nicht, obs stimmt.
Liege ich richtig mit meiner Auffassung oder total schief? Ich hab mich ehrlich mit der
ganzen Thematik noch nicht so recht stärker befasst.
Wäre nett von Dir, darüber vielleicht paar Worte zu verlieren (gerne auch PN).
Danke
Wer sagt: „Hier herrscht Freiheit“, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht!
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Nö, soweit ich das mitbekommen habe ist Bausoldat dasselbe wie Spatensoldat. Dies war die einzige Möglichkeit, den normalen Wehrdienst zu verweigern. Allerdings waren sie keine Zivildienstleistenden im heutigen Sinne, sondern sie unterstanden weiter dem Militärrecht.
Zitat
Zwei Bausoldaten, die anonym im "Stern" über ihre Erfahrungen in Prora berichteten, sprachen aus, was offensichtlich nicht ungewollt war: Sie fühlten sich behandelt wie "der letzte Dreck".
http://www.horch-und-guck.info/hug/archi.../heft-46/04602/
Die Baupioniere waren normale NVA-Wehrpflichtige, üblicherweise mit bau-verwandten Berufen, im Ergebnis diente diese Konstruktion dazu, mit NVA-Wehrpflichtsold den Wehrdienstleistenden hochwertigere Handwerkerleistungen abzupressen. Die 6 Wochen Grundausbildung wurde nach Baupionier Zottman auf 4 Tage "verkürzt" und der Rest war rackern als Bauhandwerker. Baupionier Zottmann war auch mal hier im Forum, er betreibt einen Internetauftritt unter http://baupionier.zottmann.org/ und hat sich dort entsprechend ausgelassen.
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Zitat
den Wehrdienstleistenden hochwertigere Handwerkerleistungen abzupressen
Abzupressen ist gut. Immernoch besser, als wenn du als Sandlatscher (Mot-Schütze) hinter dem Panzer herrennen mußt.
(Bau)-Pioniere hat eigentlich jede reguläre Armee, zu verschiedensten Zwecken.
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E.H.
Zitat von altberlin im Beitrag #115
(Bau)-Pioniere hat eigentlich jede reguläre Armee, zu verschiedensten Zwecken.
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Zitat
wozu auch der Einsatz ganz normaler NVA-Wehrpflichtiger im Aluminiumwerk Rackwitz bei Leipzig oder bei Vöest/Alpine in Böhlen gehörten. Und dort eher Arbeiten machen mußte, die sonst keiner machen wollte.
Du warst dabei ? Oder woher deine Kenntnisse ?Aus dem Spiegel ? Was heißt hier "ganz normale Wehrpflichtige"?
Sollen hier Zeitsoldaten eingesetzt werden ?
Ist doch sinnvoller, solche Truppen in der Wirtschaft zu beschäftigen, wenn kriegstechnisch nichts erforderlich ist.
Oder sollten sie lieber Bunker bauen ?
Bezahlt wurde wenigstens der Wehrsold, heute soll bekanntlich so gut wie jeder Bürger noch irgend etwas ehrenamtlich nebenbei machen.
So wird diese Problematik zum Beispiel in diesem Beitrag :
http://www.lbe.bayern.de/service/lexikon...24871/index.php
Ein Auszug daraus : Freiwillige gewinnen zu wollen, weil sie "billige" Arbeitskräfte sind, ist eine verhängnisvolle Fehlplanung.
vorwärts immer, rückwärts nimmer
E.H.
Mag sein, dass es einen Teil gab, die diese beiden sogar in ihren Erlebnissen bestätigen. Es muss aber auch einen Teil von Bausoldaten, die mit dem Spaten auf dem Schulterstück, gegeben haben, die solche Erfahrungen nicht machten. War das etwa politisch nicht gewollt? Wäre ja die logische Konsequenz.
In Berlin hatte ich 81,82,83 mit den Jungs aus Biesdorf zu tun.
Nehmt euer Herz in beide Hände, und macht was draus. (Zitat von Lutz Bertram. Ehemaliger blinder DT64 Moderator, den leider die Stasi in ihre Fänge bekam)
Buhli
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Unsere NVA war halt was Spezielles. Die NVA war eigentlich eine SED-Organisation mit militärisch-industriellem Anhang:
Der Chef der Politoffiziere (einer Gattung die hierzulande unbekannt ist) im Strausberger Ministerium, der nach der Niederschlagung des Aufstandes in Peking dort bei seinem chinesischen Kollegen seine Aufwartung machte, war Stellvertretender Chefredakteur des Neuen Deutschland.
Was die NVA und die zivile Wirtschaft angeht heißt es bei Wikipedia - die lügen sowieso-
Zitat
Kurz vor dem Ende der DDR bestanden acht Bauregimenter und zehn schwere Bataillone. Mit der zunehmenden Wirtschaftskrise mussten ab 1988 alle Soldaten des dritten Diensthalbjahres für die zivile Wirtschaft arbeiten. 1989 wurden rund 10.000 Soldaten in dieser Art eingesetzt.
Das Pionierbaubataillon 22 (PiBB-22) war direkt dem Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV) unterstellt. Die im Ostsektor von Berlin gelegene militärische Einrichtung mit ihrem Hubschrauberlandeplatz war ein Verstoß gegen den Viermächte-Status der Stadt. Aber das kennt man ja auch heute von den Russen. Das Völkerrecht wird nur bedarfsweise beachtet.
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