Ich will mal ein extrem kontovers zu diskutierendes Thema aufwerfen. Wann ist das Leben noch als solches zu bezeichnen? Wenn man nur mit harten medizinischen Drogen den Schmerz erträgt? Oder wenn man ständig an einer Maschine hängt, damit man weiteratmet. Ist es als lebenswert zu bezeichnen, wenn bereits zu Kindheits-Zeiten der "Zug" drausen ist, bzw. überhaupt gar nicht "hereinkommt"? Ist in solchen Fällen ein "Ende" (machen) nicht ratsamer und auch besser? Was ist zu tun, wenn ein Drogenabhäniger, mehrfach, rückfällig wird? Der goldene Schuß wartet nur auf seinen Zeitpunkt. Vorhanden ist er bereits. Sind also ALLE lebenserhaltenden Maßnahmen sinnvoll/sinnvoll einzusetzen? Es gibt doch reichlich Leute, welche lieber das zeitliche segnen wollen, als permanent herumzuliegen und ständig auf Hilfe von außen angewiesen zu sein. Warum sollte man das nicht respektieren und den Feierabend-"Trank" zur Seite stellen. Bin gespannt auf eine rege Diskussion, aus medizinischer/Altenplege und allgemeiner Sicht.
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Ich finde es irgendwie unmenschlich und egoistisch, einen Menschen, der wegen des Schmerzes und der Qualen nichtmehr leben will, gegen seinen Willen am Leben zu erhalten. Klingt krass, ist aber so. Niemand weiss genau, wieviel ein Mensch spürt oder mitbekommt. Stell dir vor, du erträgst unendliche Schmerzen, kannst es aber nicht nach Außen tragen. Die Vorstellung, da liegt ein Mensch regungslos, aber verspürt in seinem Inneren extremen Schmerz und kann nichtmal Schreien oder sich mitteilen, wäre mir zutiefst unangenehm. Ein Mensch sollte für sich selbst entscheiden, was besser für ihn ist. Und man braucht mir als Atheisten nicht mit irgendwelcher religiösen Dogmen zu kommen. Schließlich hat die Kirche vor Jahrhunderten ne Menge Methoden entwickelt, um einen Menschen lange, qualvolle Schmerzen zu bereiten.
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Zitat von Smithie23 im Beitrag #2
Ich finde es irgendwie unmenschlich und egoistisch, einen Menschen, der wegen des Schmerzes und der Qualen nichtmehr leben will, gegen seinen Willen am Leben zu erhalten.
Zitat von Smithie23 im Beitrag #2
Ein Mensch sollte für sich selbst entscheiden, was besser für ihn ist.
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Wieso denkt ihr bei den Thema nur an die Kranken ? Ist denn unsere Gesellschaft für gesunde Menschen, die ständig ausgebeutet werden und deren medizienische Betreuung/ Versorgung nur das Ziel der Erhaltung der Arbeitskraft hat , denn noch lebenswert ?
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Joe, mach das mit der Patientenverfügung mal den Leuten klar, die unverschuldet von jetzt auf dann zum Pflegefall wurden. Lebenswert ist das Leben bestimmt auch für Menschen die arm und gesund sind. Vor kurzem lief in der "Leute" Sendung was zum Thema "Glückliches Leben". Eine Journalistin ist in vielen Ländern unterwegs gewesen und hat die Menschen vor Ort befragt. Erstaunlicherweise gehören die in Kolumbien und Costa Rica zu den Glücklichsten. Zusammengehörigkeit, füreinander da sein, sich uneigennützig gegenseitig helfen, spielt da eine große Rolle. Kommt uns das nicht irgendwie bekannt vor? Die Deutschen schnitten da nicht gut ab. Je wohlhabender die Regionen waren, desto "unglücklicher" (relativer Begriff) waren die Menschen. Weltweit.
Nehmt euer Herz in beide Hände, und macht was draus. (Zitat von Lutz Bertram. Ehemaliger blinder DT64 Moderator, den leider die Stasi in ihre Fänge bekam)
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Weil wir uns an ein Leben im Überfluss gewöhnt haben und immermehr wollen und am Besten immer ein wenig Mehr, als der Nachbar. Und wir gönnen auch dem Anderen kein Bißchen was. Das treibt dann so seltsame Blüten wie: eine Rentner beschwert sich darüber, dass Jemand "schon wieder" Urlaub macht (nicht ausgedacht ,sondern erlebt!). Wir sehen in unserer Zeit die Menschen, mit denen wir zu tun haben gar nicht als Mensch mit Persönlichkeit, sondern als ne Art Roboter, der zu funktionieren hat.
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Ich find den Anspruch auf lebenslängliche Gesundheit sehr seltsam.
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Zitat von nüscht im Beitrag #7
Ich find den Anspruch auf lebenslängliche Gesundheit sehr seltsam.
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Smithie, ich würde die Gespräche als Generationbezogene Themen einordnen. Je jünger wir waren, desto weiter war das Gesundheitsthema von uns weg, wenn es gerade Gesprächsthema von Oma war. Jetzt reden wir für unsere Jugend genauso befremdlich. Das wird nicht unbedingt was mit "Früher" zu tun haben.
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Zitat von Smithie23 im Beitrag #8
Und das Gejammer im hohen Alter find ich auch seltsam ! War das in früheren Generationen auch so, dass man ständig wegen Krankheiten und Gebrechlichkeiten gejammert hat ? Wie waren eure Erinnerungen an frühere Generationen (60er / 70er Jahre) ? Waren da die Wartezimmer der Ärzte auch so voll ... immer von den Gleichen belagert ?
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E.H.
Zitat von Buhli im Beitrag #9
Smithie, ich würde die Gespräche als Generationbezogene Themen einordnen. Je jünger wir waren, desto weiter war das Gesundheitsthema von uns weg, wenn es gerade Gesprächsthema von Oma war. Jetzt reden wir für unsere Jugend genauso befremdlich. Das wird nicht unbedingt was mit "Früher" zu tun haben.
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Ich bin für Führerscheinentzug bei Eintritt ins Rentenalter und für gesteuertes Ableben mit 70.
Ich sehe da nur Vorteile. OK, es gäbe auch ein, zwei Nachteile, weniger Weihnachtsmänner und so. Aber sonst??
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Besser noch wäre die "Pille davor" zum Fünfundsechzigsten, damit gar kein Rentnerleben erst finanziert werden muß .
So könnte die Jugend etwas mehr auf den Putz hauen, nicht nur verbal motzen.
Hauptsache, es war jemand da, der ihnen früher den Allerwertesten abgeputzt hat.
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E.H.
Du hast die vergessen, die nichts oder nie etwas zum Kapital beitragen haben....
Zum Thema Schmerz...da ich selbst Chronischer Schmerzpatient bin, finde ich hier manchen Gedankendank seltsam.
wer fehler findet, darf sie behalten, ich habe reichlich davon.
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Viele Menschen spucken gern größe Töne, solange Krankheiten sie nicht betreffen.
Aber egal, wie jung und gesund man ist, es kann sich sehr schnell ändern
und dann wird man schnell kleinlaut und realistisch.
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