Zitat von stasigegner im Beitrag #41
Die laufenden Kosten wurden insgesamt auf jährlich etwa 500 Millionen Mark geschätzt. Dazu kamen die dem MfS unterstehenden[13] Passkontrolleinheiten (PKE) mit etwa 38 Millionen Mark jährlich.
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Buhli schrieb:
Zitat
Politiker wie Kinkel tun da noch das ihre dazu. Einer seiner Sätze war mal sinngemäß: "Es wird doch gelingen,alles was mit der DDR in Verbindung steht, zu delegitimieren."
"Na Buhli, wieder zwischen den Zeilen gelesen? Hier mal für Dich das korrekte und vollständige Zitat von Klaus Kinkel:
Zitat
"Ich baue auf die deutsche Justiz. Es muß gelingen, das SED-System zu delegitimieren, das bis zum bitteren Ende seine Rechtfertigung aus antifaschistischer Gesinnung, angeblich höheren Werten und behaupteter absoluter Humanität hergeleitet hat, während es unter dem Deckmantel des Marxismus-Leninismus einen Staat aufbaute, der in weiten Bereichen genauso unmenschlich und schrecklich war wie das faschistische Deutschland, das man bekämpfte und - zu Recht - nie mehr wieder erstehen lassen wollte."
Klaus Kinkel 1992
Hmm. Irgendwie hört sich das anders an, als Deine "sinngemäße" Interpredation!
Schönen Abend noch,
micha
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Zitat von Ilrak im Beitrag #40
Konrad Adenauer war, entgegen den heutigen Darstellungen, kein wirklich gütiger Mensch
und hat mit seiner Halsstarrigkeit ("Mit dem Regime in Pannkoff verhandele ich nicht!")vieles
verhindert
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Schön das Du das Zitat gefunden hast. War Sinngemäß also richtig. Abgesehen von Deinem Verständnis.
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Buhli
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Klaus Kinkel hat doch etwas ganz anderes gesagt und auch ausdrücken wollen,
als Du es in #42 den Lesern zu suggerieren versuchst.
Sinngemäß ist es so ziemlich konträr, das eine bezog sich auf die SED, das andere auf die DDR!
Vorausgesetzt Deine These "DDR = SED" würde zutreffen, dann und nur dann ist Deine Interpretation nachvollziehbar.
Diese Gleichsetzung zweifle ich aber an - andere wohl auch.
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B.W., ich hab das Buch www.ostrentner.de im Moment nicht griffbereit. Da steht der Spruch von Kinkel , den Michaka noch mal ausgegraben hat, drin. Er hat also sehr wohl verstanden wovon ich schrieb. Also nix mit falsch suggerieren. Da wurde dieser Spruch auch noch etwas weiter behandelt. Die Verfasser dieses Buches, ein Anwaltsehepaar., sassen mit am Tisch der Beitrittsgespräche. Kinkel sprach nicht von SED, sondern vom SED System. Darunter fiel die gesamte DDR Rechtssprechung. Lies das Buch mal. Da mußt Du nicht immer umdenken. Bei meinem wirren Zeug wird Dir das dicher auch auf Dauer zuviel.
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Buhli
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Was auch gern verschwiegen wird :
Eigentlich hat man in Ostberlin nur REagiert ,
die meisten Schritte zur Zementierung der Verhältnisse
ging vom Westen aus : Die Bundesrepublik wurde im Mai ´49
gegründet, die DDR erst im Oktober,
die Bundeswehr am 5.5.55, die NVA im Januar 56.
Und auch wenn sich die demokratischen Kräfte darin einig waren, nicht
mit Pannkoff zu verhandeln, entlarvt es ihre Beschwörungen, daß
sie ständig an die Brüder und Schwestern in der Sowjetzone denken,
als pure Heuchelei. Wenn man etwas erreichen will, muß man miteinander sprechen.
Wenn auch ungern und mit "Barbaren".
Wie gesagt, etwas mehr Vernunft auf beiden Seiten, und dieses Forum wäre heute nicht nötig.
Denn : Die Bundesrepublik als unfehlbar hinzustellen, ist genauso Verklärung.
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Zitat von Ilrak im Beitrag #52
etwas mehr Vernunft auf beiden Seiten, und dieses Forum wäre heute nicht nötig.
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Die DDR war ein Unrechtsstaat, ohne Zweifel. Auch in der BRD ist Unrecht geschehen, dies ist aus meiner Sicht ebensowenig anzuzweifeln.
Es macht aber wenig Sinn, dieses Unrecht gegeneinander aufzurechnen oder bei der Diskussion über Unrecht und Probleme auf der einen Seite der Grenze immer dagegen zu halten, dass es auf der anderen Seite der Grenze ebenfalls Unrecht und Probleme gab. Wenn man dies tut, beginnt man sich im Kreise zu drehen und verliert das eigentliche Thema aus dem Auge.
Diskussionen nach dem Motto "Wer war der Bösere?" oder "Wer hat abgefangen?" führen meist nicht weiter, sondern lenken immer von der Analyse des konkreten Themas ab.
Zitat
Denn : Die Bundesrepublik als unfehlbar hinzustellen, ist genauso Verklärung.
Dieser Satz trifft es meiner Meinung nach schon ganz gut. Immer wenn dies in Diskussionen über die Stasi passiert, dass man die andere Seite kritiklos als die Guten hinstellt, verliert die eigentlich notwendige tiefergehende Diskussion an Substanz und gerät in seichtes Fahrwasser.
Letzte Anmerkung: Ich habe weite Teile des MFS-Handbuches der BStU gelesen und war immer wieder erschüttert über das tiefe Mißtrauen und die allumfassende Überwachung und die Methoden zur Bekämpfung Andersdenkender. Da gibt es überhaupt nichts zu beschönigen.
Aber es gilt, Lehren für heute daraus zu ziehen. Und auch heute ist unsere Demokratie durch die Geheimdienste aus meiner Sicht nicht sicherer geworden. Im Gegenteil, die Geheimdienste stellen eher eine Gefahr für unsere Demokratie dar, und wenn die unsägliche Verquickung von Polizei und Geheimdiensten weiter voranschreitet, dann ist es Zeit, etwas dagegen zu unternehmen. Und für diesen konkreten Punkt kann man dann die Situation im 3. Reich und in der DDR bzgl. der Rolle der Geheimdienste bei der Unterdrückung Andersdenkender durchaus vergleichen. Sicher waren die Verbrechen der Gestapo grausamer und umfangreicher, aber auch die Verbrechen der Stasi sind nicht zu verniedlichen. Und in beiden Diktaturen waren die Geheimdienste ein Eckpfeiler dafür, dass sich die Herrschenden über recht und Gesetz hinwegsetzen konnten.
Und deshalb erfüllen mich aktuelle politische Tendenzen bei der Verquickung von Geheimdiensten mit Staat und Polizei mit Sorge und Wut.
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Zitat von cilli im Beitrag #53
p.s. Da du so gut Bescheid weißt, hast du vor der Wende gewußt, daß die DDR-Stempler an den Übergängen Stasi-Leute waren, die man in Polizei-Uniformen gesteckt hat? Ich jedenfalls hatte keinen Schimmer davon.
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Zitat
joesachse:
"Die DDR war ein Unrechtsstaat, ohne Zweifel. Auch in der BRD ist Unrecht geschehen, dies ist aus meiner Sicht ebensowenig anzuzweifeln......"
Das kann ich so nicht stehen lassen.Das ist Gleichmacherei reinster Güte.
Es gibt überall irgend welches Unrecht.Nur die systematische Unterdrückung in der SED Diktatur mit der Alltagswirklichkeit in Westdeutschland zu vergleichen ist der Beginn von Geschichtsumschreibung.
Es geht doch nicht um wer war der bösere.Es geht um die Menschen.Wie geht ein System mit Andersdenkenden um.Wie stellt sich ein System dar?.Welchen Anspruch gibt es vor?
Wie verhält es sich nach aussen.Da ist die DDR weit hinter ihren eigenen Ansprüchen zurückgeblieben.
Ich verstehe nicht wie sich hier Leute persönlich angegriffen fühlen können wenn so was angesprochen wird.
In der DDR hieß es doch immer und immer wieder: Wir sind die Sieger_ Wir sind die Besseren deutschen wir sind die Antifaschisten auf dem Weg zum Kommunismus der die Bedürfnisse aller Menschen befriedigt.Wir sind solidarisch mit allen Armen und Schwachen dieser Welt.Die Wirklichkeit sah anders aus.Sehr anders.
Es wurde ja schon geschrieben: Die SED hatte keine politische Legitimation,die Medien waren gleichgeschaltet,Bürgerrechte waren defakto abgeschafft.
Darf das so sein? Mußte das so sein? Ja das mußte so sein sonst wäre die DDR schon 1953 untergegangen und das wußten unsere ehemaligen Obergenossen sehr genau.
Im DDR Geschichtsunterricht habe ich schon gelernt wenn ein System zum Hemmschuh der Gesellschaft wird geht es unter.Unsere Genossen hatten echt geglaubt sie stehen schon ganz oben in der Geschichtsentwicklung. Welch eine Vermessenheit.
Zitat von Ilrak im Beitrag #55
Nein, habe ich nicht gewußt.
Aber ein bißchen klugscheißern muss ich schon, es waren Uniformen der Grenztruppen,
die Polizeiunuform konnte sich der Westbesucher dann bei seiner Anmeldung auf dem zuständigen Revier angucken.
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@Stasigegner: Ich habe das nicht als Gleichmacherei gesehen, sondern bewusst differenziert: DDR=Unrechtsstaat und "Auch in BRD ist Unrecht geschehen"
War offensichtlich für Dich nicht deutlich genug.
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Zitat:
"Und noch was : Legt nicht immer heutige Maßstäbe von Politik, Freiheit und ähnlichen an,
das funktioniert nicht !
Auch wenn Ihr es nicht gern hört :
Auch der Westen hatte sein Interesse dran, das alles so bleibt und war genauso nicht zimperlich."
Also jetzt aber, von wegen heutige Maßstäbe von Politik und Freiheit und der Westen war nicht zimperlich.Haben wir in der DDR im Mittelalter gelebt?Ich hab es noch im Ohr wie mir im Stabü Unterricht eingebläut wurde wie frei und demokratisch wir sind.Ja das muß ich wohl zugeben die haben eine andere Demokratie und Freiheit gemeint als gemeinhin angenommen.
Durch dieses Mißverständniss ist es dann sicherlich auch zu dem ärgerlichen Verhalten manches renitenten DDR Bürgers gekommen der dann "belehrt" werden mußte.
Die Verteidiger der Ehre unserer DDR sind sicher einer Bevölkerungsgruppe zuzuordnen die keinerlei Reibung mit dem System und seinen "Sicherheitsorganen" hatten.
Das war ja doch wohl die Mehrheit.Mann richtete sich eben ein und lebte in seiner Nische und was von oben angeordnet wurde wurde abgenickt und wenn Kritik dann nur zu Hause.
Das hat ja auch dazu geführt,daß die Schüler in der Schule eine andere Meinung hatten als nach dem Unterricht zu hause.
Gestört hatte das niemanden.
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Buhli
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