Zitat von ARD
Artikel der Linkspartei-Chefin zum Kommunismus
Lötzsch irritiert Freund und Feind mit dem K-Wort
Gesine Lötzsch (Foto: dpa)
Linkspartei-Chefin Lötzsch hat sich mit einem Aufsatz über Wege zum Kommunismus Kritik aus anderen Parteien eingehandelt. Auch in den eigenen Reihen kommt das nicht gut an - vor allem, weil sie die Opfer nicht erwähnt. Lötzsch kontert: Die Kritik zeige die Verunsicherung des Establishments. Malte Pieper berichtet. [mehr]
ohhhh "Wir in NRW" erleben ja gerade - experimentell - wie es ist, die Staatsverschuldung zu maximieren.
Vermutlich wird sich das rächen - man weiß es nicht - und lebt erstmal ungeniert über seine Verhältnisse.
Eigentlich wäre sparen angesagt, auf Landesebene wird es derzeit umgekehrt.
Ist das nun nur eine Modeerscheinung oder ein langfristiger bundesweiter Trend - was meint Ihr?
Also mir machen solche Tendenzen (egal ob von extrem links oder rechts) Angst.
An einen "demokratischen, freiheitlichen" Totalismus mag ich nicht glauben.
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Hierzu mal der Original-Artikel aus der Jungen Welt
http://www.jungewelt.de/2011/01-03/001.php
und zwei aktuelle Berichte der selben Zeitung über die bundesweiten Reaktionen
http://www.jungewelt.de/2011/01-07/039.php
http://www.jungewelt.de/2011/01-07/048.php
FAUN
"Satyros"
http://www.youtube.com/watch?v=9N0L-zuhEq4&feature=related
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Jetzt kann ich sie direkt mal wieder ruhigen Gewissens wählen
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Immer wenn ich die Genossin Lötsch so sehe möchte ich sie fragen, was sie als Gegenleistung erbringen mußte und wie sie überhaupt damals zu Ostzeiten die Westdevisen aufbrachte, um 1987 ein Auslandssemester im westlichen Ausland als stramme Ostberliner SED-Genossin zu finanzieren. Denn erstens hatte ein braver DDR Bürger keine Westdevisen und zweitens war auch eine derartige Bewilligung durch die zuständigen Organe der DDR nicht normal, wie man sich erinnert..
Was ihre Einstellung zur DDR angeht findet Genossin Lötsch nichts dabei, daß ehemalige Stasi-Spitzel heute als Minister tätig sind.
http://www.bz-berlin.de/aktuell/deutschl...icle725404.html
Ein besonders Verhältnis scheint Genossin Lötsch auch mit den alten Stasi-Granden zu pflegen, der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Wieland (Grüne) warf ihr vor, bei ihrem Besuch bei der „Initiativgemeinschaft zum Schutz der sozialen Rechte ehemaliger Angehöriger bewaffneter Organe“ nicht gegen deren Geschichtsrevisionismus vorgegangen zu sein, sondern sich stattdessen als „Heilige Johanna der Alt-Tschekisten“ zu inszenieren.
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Zitat von reporter
Was ihre Einstellung zur DDR angeht findet Genossin Lötsch nichts dabei, daß ehemalige Stasi-Spitzel heute als Minister tätig sind.
http://www.bz-berlin.de/aktuell/deutschl...icle725404.html
Warum sollte sie auch? Hier im Lande kann man doch auch mit SA/SS/Gestapo-Vergangenheit Karriere machen, mal von den Volksgenossen, die ihre Nachbarn wegen Hören von Feindsendern denunzierten, mal ganz abgesehen :-)
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Für eine gewisse Zeit war mir diese Partei fast ein wenig sympathisch - auch weil ich Gysi gerne reden höre. Das diese Ewiggestrigen noch nicht gemerkt haben, dass es so nicht geht und die Geschichte es uns bewiesen hat, lässt mich fast sprachlos zurück. Es gibt einen Mittelweg zwischen Kapitalismus und Sozialismus. Eine gesunde Mischung, die sich nicht widersprechen muss. Eine Art soziale Marktwirtschaft mit menschlichem Antlitz.
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Smithie, so etwas habe ich, (deinen letzten Satz betreffend), in all den 6 Systemen, welche ich kennengelernt habe, (siehe mein Profil), nicht gefunden. Es gibt nur die Diktatur, in welcher Art und Weise auch immer, oder die System-Kälte untereinander, von ein paar "Wärmegewittern" mal abgesehen. Es gibt ihn nicht, diesen Mittelweg. Es gibt nur, mehr oder weniger, übertragen gesagt, das Gesetz der Wildnis. Friß oder stirb. Übersetzt heißt das, die wenigen Male, wo der/die kleine Mann/Frau die stärkenen ist/sind, müssen ausgenutzt werden. Die Finanzhaie sind in den allermeisten Fällen die stärkeren. Glücklicherweise hat das letzte Hemd keine Taschen. Im übrigen Minimal, diese Zeit, von der du sprichst mit dieser Vergangenheit, gab es in allen Staaten, auch in der UdSSR. Es war nur die Frage, was kann, oder war der Mann (siehe Professor Manfred von Ardenne, Miterfinder neben dem Herrn Wernher von Braun der V1+2 Bewaffnung der Wehrmacht). Der Russe wagte es nicht, ihm auch nur ein Haar zu krümmen, obwohl er von dieser Art der Naziunterstützung wuste. Der Ami machte es genau so. Beiden Systemen ging der Ar... auf Grundeis, vor solchen Köpfen. Das nur als Ergänzung und etwas vom Thema, leicht, abschweifend.
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Wenn alle Bürger geschlossen zusammenstehen würden, dann wäre so etwas möglich, aber vermutlich ist das gar nicht im Sinne der Menschen bzw. ist der Mensch evolutionsbiologisch dazu gar nicht in der Lage.
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Zitat von Smithie23
Wenn alle Bürger geschlossen zusammenstehen würden, dann wäre so etwas möglich,...
Warum sollten alle Bürger einer Meinung sein und das Gleiche wollen??? Weder die, denen es gut und besser geht, noch die, die sich damit arrangiert haben, dass es ihnen schlechter geht, werden sich hier bewegen.
Es ist für mich ein interessanter Artikel. Die Kritik, dass sich G.L. nicht mit dem "real existierenden Sozialismus" auseinandersetzt, ist einerseits berechtigt, auch ich hatte bei der Lektüre den Eindruck, da fehlt was. Andererseits aber bleiben die meisten Kritiker an diesem Punkt stehen, sie kritisieren, was nicht geschrieben wurde, aber setzen sich nicht mit dem auseinander, was geschrieben wurde.
Ich halte einige Ansätze für sehr interessant.
Wenn Kommunismus das Gemeinschaftliche betont und der Liberalismus den einzelnen, dann wollte Rosa Luxemburg beides zugleich – höchstmögliche Gemeinschaftlichkeit bei der Kontrolle darüber, daß Eigentum und Macht im Interesse aller gebraucht werden, und größtmögliche Freiheit individueller Entfaltung, radikaler Kritik und Öffentlichkeit.
Wenn dies tatsächlich gelingen sollte, solche Ideen umzusetzen, lassen sich auf dieser Basis Visionen für eine zukünftige Gesellschaft entwickeln.
Ich warte gespannt auf Meinungen aller, die diesen Artikel gelesen haben.
Gruß
JoeSachse
Das Leben ist viel zu kurz, um schlechten Wein zu trinken. (Goethe)
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Joe, das war schon mal was. Das das Ziel Kommunismus sein soll, ist ja Okay. Der Weg dahin muß jedoch noch gefunden werden. Der Weg den wir 1990 verlassen haben, schien nicht der richtige gewesen zu sein. Das weiß jeder der auf diesem Weg unterwegs war. Jedoch nur die. Auch G.L.. Sie wird sicher nichts von Diktat usw. wissen wollen. Keiner von uns. Einen neuen Weg zu gehen, wollte die materiell veranlagte DDR-Mehrheit nicht. Wenn wir Luxemburgs Sätze hätten umgesetzt, wäre es sicher nicht so gelaufen. Nun müssen die Wessies die lernfähig sind, zu einer Mehrheit gewonnen werden, damit ein neuer Weg beschritten werden kann. Allerdings wäre es hilfreich, wenn wir erst mal den Weg zum Sozialismus wieder finden würden. Der ist doch falsch gegangen worden. Immer eins nach dem anderen.
Nehmt euer Herz in beide Hände, und macht was draus. (Zitat von Lutz Bertram. Ehemaliger blinder DT64 Moderator, den leider die Stasi in ihre Fänge bekam)
Buhli
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Luxemburgs Sätze beinhalten einen tiefen dialektischen Widerspruch, dem zwischen individueller Freiheit und größtmöglicher Gemeinschaftlichkeit. Diesen Widerspruch gibt es ja jetzt auch. In der DDR wurde die Gemeinschaft über alles gestellt und jeder Individualismus verpönt, heute wird der Individualismus als Freiheit gefeiert und die Notwendigkeit der Gemeinschaftlichkeit untergeordnet. Wie aber kann eine Gesellschaft aussehen, die beides unter einem Hut bringt?
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Beim Stöbern einen hochinteressanten, unterhaltsamen und sehr analytischen Vortrag von Precht gefunden, der meiner Meinung nach die Nägel auf die Köpfe trifft.
Stört Euch nicht am Veranstalter, sollte Euch bei den Gesichtern dieser Partei übel werden, dann macht immer bei den Einblendungen den Publikums die Augen zu, aber hört Euch Precht an. Passt genau zum eben diskutierten Thema.
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Zitat von Buhli
Das das Ziel Kommunismus sein soll, ist ja Okay. Der Weg dahin muß jedoch noch gefunden werden. Der Weg den wir 1990 verlassen haben, schien nicht der richtige gewesen zu sein.
Es wurde 'kein Weg verlassen' da der Weg bis dahin auch von der betroffenen Bevölkerung nicht bestimmt wurde. Bekanntlich konnte das SED-Regime sich zu keiner Zeit auf freie Wahlen stützen, sondern es gab nur eine Farce mit Zettelfalten.
Und als es dann endlich soweit war, nachdem die sowjetische Besatzungsmacht kein Interesse mehr am Fortbestand ihres Dominiums hatte, hatte die betroffene Bevölkerung nichts Eiligeres zu tun, als die SED Herrschaften von ihren Funktionen zu entbinden. Wenn ich das mal so zurückhaltend ausdrücken darf.
Übrigens, "Ziele" in Diktaturen sind meistens Okay und hehr. Nur der Weg dahin wurde im Kommunismus leider auch mit Verbrechen gepflastert. Und dieser Aspekt ist einfach jener, der fehlt in der Betrachtung der Genossin Vorsitzenden.
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Zitat von reporter
Übrigens, "Ziele" in Diktaturen sind meistens Okay und hehr. Nur der Weg dahin wurde im Kommunismus leider auch mit Verbrechen gepflastert. Und dieser Aspekt ist einfach jener, der fehlt in der Betrachtung der Genossin Vorsitzenden.
Wie kommst Du darauf, dass Ziele in Diktaturen meistens "Okay und hehr" sind
Die Ziele aller Diktaturen sind Machterhalt und Machtausbau der Diktatoren, mir ist keine Diktatur bekannt, wo dies anders gewesen ist. Dass der eine oder andere Diktatur gelegentlich scheinbar oder real auch was fürs Volk tut, ändert nichts an dieser Grundaussage. Und das war auch in der DDR nicht anders.
Und zu Deinem zweiten Satz: Im Aufsatz fehlen mehrere Aspekte, auch der von Dir genannte, trotzdem halte ich es für sinnvoll, sich hier mit dem geschriebenen Inhalt und nicht mit dem fehlenden Inhalt auseinanderzusetzen. Mit dieser Äußerung reihst Du dich ein ein in die aktuell wieder laut blubbernden Politiker, die ebenfalls kein Wort zum Inhalt verlieren.
Gruß
JoeSachse
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Und wo entwickeln wir uns hin, Joe? Ist das alles, was so politisch passiert, noch demokratisch? Sind nicht diktatorische Züge erkennbar?
Ein Staat, der mehr und mehr auf Polizeipräsenz setzt, sich gar eine neue Polizei aufbaut. Ein Staat, der sein Volk zusammenknüppeln läßt?
Natürlich muss es auch Polizei geben; das ist gar keine Frage.
Trotzdem sind wir in D auf keinem guten Wege. Es dauert nicht mehr lange, und man wechselt die Straßenseite, sobald man einer Uniform ansichtig wird.
Mir fällt dieser unsägliche Außenminister ein, der das Volk für dumm hält. Ein sehr peinlicher Mensch und "peinlich" ist noch gestronzt. Sein Satz: "Ihr kauft mir meinen Schneid nicht ab; Ihr nicht!", zeigt ganz deutlich, dass hier einer am Werk ist, der gerne ein Diktator würde, der nur seine Meinung gelten lassen will. Ja, auch im Kapitalismus gibt es Diktatoren.
queeny
Wenn Ihr Eure Augen nicht braucht um zu sehen, werdet Ihr Sie brauchen um zu weinen.
Jean-Paul Sartre
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