Fragst du drei Ossis über die Mauer, wie das so mit der Bewachung war, und ob es stimmt daß die Bewohner ganzer Dörfer feierabendmäßig auch noch 'rumspitzelten und 'verdächtige Figuren' meldeten und ob die FDJ mit lustigen Fahnen der 'Pateneinheit' zusammen mit den Wächtern im Panzer an der Zonengrenze auch noch Hand anlegte, ja was bekommst du da als Antwort?
Die Nazis sind alle bei der BRD gewesen. Der edle Ossi hatte mit der Nazi-Vergangenheit nichts zu tun. Unserer Republik ist retortenmäßig auferstanden und hat den Schmutz der deutschen Geschichte hinter sich gelassen.
Hat zwar mit der ursprünglichen Frage nichts zu tun, aber was macht man schon, wenn man nichts sagen will, wie der Freiwilige Helfer der Grenzpolizei, der immer ordentlich und sauber das Gestrüpp als Forstarbeiter von den Grenzschildern entfernte, damit die Mörder und Diebe, die aus Unserer edlen Republik flüchten wollten, doch noch von den heldenhaften Kalaschnokoff-Schützen gefaßt werden konnten, und schließlich abschließend, nachdem man seine Spitzelei, mit der er die Flüchtlinge ans Messer lieferte, ihm aus schäbigen Akten verlas, sich nur aufregte "Wo haben Sie das denn her?" und beteuerte, er hat nur seine Pflicht als Freiwilliger Helfer der Grenzpolizei getan, und basta Kameralicht aus und raus ihr Hetzer.
Übrigens, für FDJ Freunde auch ein Schmankerl, das Schriftstück, ganz am Anfang, wenn man es ganz zu lesen versucht, auch Unsere FDJ war bei den privaten Grenzspitzeln mit von der Partie, wie in dem Dorf alle Kneipen und Betriebe, die gegen die Schwerverbrecher vorgegangen sind. Einer dort sagte, es war eine Atmosphäre des Terrors und der Nötigung, die das SED-Regime dort verbreitete, und so gut wie alle haben mitgemacht. Und einer, der es geschafft hatte zu türmen, ja als was wohl, als freiwilliger Helfer, schilderte, wie das Lügen- und Propagandasystem von "Mördern und Verbrechern" vom Regime inszeniert wurde, um eine Atmospäre zu schaffen, ggf. gegen wehrlose Zivilisten in der Art des SED-Staats vorzugehen:
http://www.spiegel.tv/filme/zivile-grenzhelfer/
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Zitat von Smithie23 im Beitrag #30
Björn, die haben sich wohl erkannt
"Vaterland"
http://vimeo.com/73283689
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Zitat von kreutzer_ im Beitrag #31
Fragst du drei Ossis über die Mauer, wie das so mit der Bewachung war, und ob es stimmt daß die Bewohner ganzer Dörfer feierabendmäßig auch noch 'rumspitzelten und 'verdächtige Figuren' meldeten und ob die FDJ mit lustigen Fahnen der 'Pateneinheit' zusammen mit den Wächtern im Panzer an der Zonengrenze auch noch Hand anlegte, ja was bekommst du da als Antwort?
Die Nazis sind alle bei der BRD gewesen. Der edle Ossi hatte mit der Nazi-Vergangenheit nichts zu tun. Unserer Republik ist retortenmäßig auferstanden und hat den Schmutz der deutschen Geschichte hinter sich gelassen.
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wer fehler findet, darf sie behalten, ich habe reichlich davon.
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43 weitere bisher unbekannte Todesfälle an der Zonengrenze wurden ermittelt, insbesondere wurden Selbstmorde von Angehörigen der Wächtertruppen vertuscht. Mancher in den Wächterdienst abkommandierter NVA-Wehrpflichtiger verkraftete nicht die geltenden Totschläger-Praktiken des SED-Regimes.
Zitat
Die DDR habe auch eine große Angst vor Fahnenflucht gehabt, sagt Schroeder. Die Pressionen und die Überwachung innerhalb der Grenztruppe dürften daher groß gewesen sein. Angesichts des Drucks und der Furcht vor Fahnenflucht war die Zahl der Rückversetzungen „erstaunlich hoch“, wie die FU-Forscher herausfanden. Allein 1986 wurden 1506 Soldaten von der Grenze abgezogen, weil die Stasi irgendwelche Verdachtsgründe ermittelt hatte. Das jüngste Grenzopfer war übrigens sechs Monate alt; das Baby erstickte im Juli 1977 im Kofferraum eines Fluchtfahrzeugs.
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"Das jüngste Grenzopfer war übrigens sechs Monate alt; das Baby erstickte im Juli 1977 im Kofferraum eines Fluchtfahrzeugs." Daran waren die Grenzschützer schuld? Aber nur wenn es im Kübeltrabbi erstickt ist. Die armen Eltern...
War das Thema "Fahnenflucht" nur eins der NVA oder Grenztruppen? Irgendwie hab ich in Erinnerung, daß die jetzige BRD amerikanische Fahnenflüchtige als Asylanten beherbergt. Sicher wieder eine Verschwöhrungstheorie.
Solche Sachen wie im (seriösen ) Tagesspiegel, werden sicher noch mehr auftauchen.
Nehmt euer Herz in beide Hände, und macht was draus. (Zitat von Lutz Bertram. Ehemaliger blinder DT64 Moderator, den leider die Stasi in ihre Fänge bekam)
Buhli
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Zitat von Buhli im Beitrag #36
War das Thema "Fahnenflucht" nur eins der NVA oder Grenztruppen?
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Soviel zu Conrad Schuhmann
Verfolgungsdruck als ständiger Begleiter
Der sensible Audi-Arbeiter hinterließ einen sympathischen Eindruck. Aber irgendetwas schien ihn zu bedrücken. Er wirkte sehr nachdenklich. Vielleicht fühlte er sich in der Rolle des Vorzeigeflüchtlings, die er auf Grund seiner Prominenz da zu spielen hatte, nicht wirklich wohl. Vielleicht hatte er Schuldgefühle gegenüber seinen Eltern und Geschwistern in Sachsen, die er erst Jahrzehnte nach dem Sprung – und auch da nach langem Zögern - besucht hatte. Vielleicht machte ihm die Befürchtung zu schaffen, ehemalige Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit könnten sich an ihm rächen. Vielleicht hat sich die Anspannung nie gelegt, die ihn vor dem Sprung von 1961 zum Kettenraucher werden ließ und den Schlaf raubte. Vielleicht haben ihn die wütenden Gesichter noch lang verfolgt, die ihn und seine Kollegen von der Westseite des Stacheldrahts angebrüllt haben. Vielleicht hat es ihn getroffen, dass ehemalige Kameraden auch viel später nichts mehr mit ihm zu tun haben wollten.
Es tat mir sehr leid, acht Jahre später erfahren zu müssen, dass er sich in seiner neuen bayrischen Heimat das Leben genommen hat. Er hat sich am 20. Juni 1998 im Garten erhängt. Da war er 56 Jahre alt.
Aus :http://www.euractiv.de/wahlen-und-macht/...o-fragen-002238
Was hat es gebracht ? Suizid im Jahre 1998.
Drei Tage nach der Grenzziehung 1961 hätten an manchen Stellen noch ganze Kompanien "rübermachen" können, ich wohnte in Berlin-Schönholz, da wurden noch Schokolade und Zigaretten durch den Zaun gereicht, unter den Augen der Grenzer. Oft hatte ein Handgriff genügt, Zaum auseinander, und man wäre "durch" gewesen.
.
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E.H.
Zitat von altberlin im Beitrag #38
Was hat es gebracht ? Suizid im Jahre 1998.
Drei Tage nach der Grenzziehung 1961 hätten an manchen Stellen noch ganze Kompanien "rübermachen" können, ich wohnte in Berlin-Schönholz, da wurden noch Schokolade und Zigaretten durch den Zaun gereicht, unter den Augen der Grenzer. Oft hatte ein Handgriff genügt, Zaum auseinander, und man wäre "durch" gewesen.
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Soviel zu Conrad Schuhmann
Die Flucht nie bereut
Bereut habe er die Flucht nie, sagte er. Nach ihm sollen noch 2.700 Angehörige der Nationalen Volksarmee (NVA) geflüchtet sein, habe er gehört. "Die haben das gleiche gewagt wie ich, Freiheit gesucht wie ich....
http://www.euractiv.de/wahlen-und-macht/...o-fragen-002238
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir.
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Irgendwo war noch zu lesen, die anderen Wächter, die mit Schuman abkommandiert wurden, sind vorher abgelenkt worden.
Von aufdringlichen Fotografen auf der Westseite, die Wächter schämten sich ihres Jobs und/oder wollten nicht erkannt werden und ihr Konterfei abends im Westfernsehen wiedersehen. Sie wendeten sich ab und waren abgelenkt und das System der gegenseitigen Bewachung war noch nicht perfektioniert.
Am Brandenburger Tor wenige Meter seitwärts, vom Westen links, war direkt ein Wächterturm. Versuchte man die dort stationierten Wächter in ihrem Kalschnikoff-Kabuff zu fotografieren, so meine Beobachtung, tauchten sie ab oder sie deckten ihr Gesicht mit einem Fernglas ab.
Quelle: cdn2.spiegel.de/images/image-31009-galleryV9-tqep.jpg
p.s. Hier gab es einen 'schicken' und 'modernen' Kalaschnikoff-Schiessplatz wegen der vielen Touristen. Andere Wächter verkrochen sich auf dem Dach des Brandenburger Tores.
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Zitat kreutzer_:
Zitat
Deine Belehrungen, es hätten sich doch für ihn auch andere Möglichkeiten der Flucht ergeben, sind wenig substantiell
Ich habe nicht belehrt, sondern geschildert, das es auch weniger spektakulär und medienwirksam ging. Und was wenig substantiell ist, entscheidest nicht du als Mensch ohne eigene Meinung.
Wenn du unmittelbar an der Grenze gewohnt hast, kannst du da mitreden, ansonsten halte dich an Bild, Spiegel und Co. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen.
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Zitat von altberlin im Beitrag #42
Wenn du unmittelbar an der Grenze gewohnt hast, kannst du da mitreden, ansonsten halte dich an Bild, Spiegel und Co. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen.
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Zitat von kreutzer_ im Beitrag #43
Bild, Spiegel und Co, vermitteln diesbezüglich ein wahrheitsgetreueres Bild.
Zitat
als verschwiemelte Halblügen von luschtigen Begebenheiten in den ersten Tagen des Mauerbaus.
Wer verbreitet diese ?
Zitat
www.ddr-im-web
Sind wir hier im Panoptikum ?
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Altberlin, die aufgezählten Blätter haben bei mir auch eben ein herzhaftes Lachen ausgelöst. Wer sich nicht als ganz Hirnlos outen will, unterlässt man bei diesem Thema die Erwähnung dieser Blätter. Wie von mir schon geschrieben, ist die JW schon eher geeignet um nicht ganz zu verblöden. Es gibt da eine kleine Sammlung, ausgerechnet dieser Blätter, die mit deren Artikeln und den dazugehörigen Fakten gespickt ist. Daraus ist zum einen die Entwicklung der Blätter und im Gleichschritt die Entwicklung der Leserschaft zu beobachten.
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