Es wird ja immer gesagt, das Problem mit Griechenland ist deshalb so schwierig zu lösen, weil es dazu in der Geschichte bisher keine Beispiele gegeben hat.
Prof. Blum vom Institut für Wirtschaftsforschung in Halle findet, es gibt ein Beispiel. Nämlich Unserer Republik. Dort habe man sehen können wie es funktioniert, wenn ein Staat ständig über seine Verhältnisse lebt.
Zitat
DDR: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten", verspricht Walter Ulbricht - gebaut wird sie dann doch. Die DDR schottet sich vom Welthandel ab. Zunächst aber erlebt sie eine Scheinblüte, weil die unterbundene Flucht der Fachkräfte in den Westen den Lohndruck mindert. Bezahlt wird das mit dem Verfall der Arbeitsproduktivität im Vergleich zu den Marktwirtschaften, der das Land bis an den Rand des Staatsbankrotts führt. Gerhard Schürer, Mitglied des Zentralkomitees der SED, meldet im Spätsommer 1989 dem Politbüro, die DDR müsse den Lebensstandard um 30 Prozent reduzieren, um zu überleben - das sind erste Zeichen der Prätransformationskrise.
Griechenland: Niemand beabsichtigt, die Maastricht-Kriterien zu unterlaufen und ein Land, das diese nicht erfüllt, in die gemeinsame Währungsunion aufzunehmen. Trotzdem wird Griechenland Mitglied der Euro-Zone. Das schon damals defizitäre Land erlebt eine Scheinblüte, weil es sich billig an den Kapitalmärkten refinanzieren kann. Volle Währungskonvertibilität stabilisiert das Geldsystem. Allerdings verfallen die Kapitalrenditen, als Investitionsstandort wird Griechenland wenig attraktiv, mit den eigenen Industrien geht es bergab. Ein infamer Vergleich? Heute ist Griechenland ein Prätransformationsland.
http://www.ftd.de/politik/europa/:schuld...n/60070136.html
Also dann den Rechenschieber raus und den Dreisatz lösen:
16 Millionen kosten 1700 Milliarden, jedenfalls bisher, wieviel ergibt sich für Griechenland?
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Griechenland kostet wirklich Geld. Die DDR konnte vorher ausgeraubt werden in einer Größenordnung an der die neue Republik noch lange kauen wird. Vor dem "Beutezug Ost" von der ARD gesendet, wären nur 15 Milliarden nötig gewesen um sie am Laufen zu halten. Schon so vergesslich? Okay es ist schon 21 Jahre her.
Nehmt euer Herz in beide Hände, und macht was draus. (Zitat von Lutz Bertram. Ehemaliger blinder DT64 Moderator, den leider die Stasi in ihre Fänge bekam)
Buhli
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Zitat von Buhli
Griechenland kostet wirklich Geld. Die DDR konnte vorher ausgeraubt werden in einer Größenordnung an der die neue Republik noch lange kauen wird. Vor dem "Beutezug Ost" von der ARD gesendet, wären nur 15 Milliarden nötig gewesen um sie am Laufen zu halten. Schon so vergesslich? Okay es ist schon 21 Jahre her.
Ja, finde ich auch.
Ich hätte gerne Aktien gekauft vom Trabbi-Werk Zwickau, auch Wartburg in Eisenach hatte ja hervorragende Perspektiven, es war ja schon ein Viertakter im Einsatz, oder von der VEB Mikroelektronik, dort machten 60000 Mitarbeiter immerhin das längste Chip der Welt.
Auch die Übernahme der wertvollen DDR Krankenhäuser wäre, wie in einem Thread diskutiert, sicherlich eine lohnende Ergänzung in einem abgerundeten Portfolio.
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@reporter: Aber gut genug waren die VEB's, dass sich einige Wenige ausm Westen daran bereichern konnten ... und die Trabbi und Wartburg-Werke waren ja keine Aktiengesellschaften. Du gehörst warhscheinlich zu Denen, die über die DDR schimpfen, aber damals sicherlich gern mitgemacht hätten, beim großen Ausverkauf. Wer aufn Flomarkt ein Schnäppchen macht und mit Gewinn weiterverkauft, kann hinterher immer sagen, wie schlecht die Ware doch ist.
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Hallo!
Smithie23 schrieb:
Zitat
"Aber gut genug waren die VEB's, dass sich einige Wenige ausm Westen daran bereichern konnten ... und die Trabbi und Wartburg-Werke waren ja keine Aktiengesellschaften. Du gehörst warhscheinlich zu Denen, die über die DDR schimpfen, aber damals sicherlich gern mitgemacht hätten, beim großen Ausverkauf. Wer aufn Flomarkt ein Schnäppchen macht und mit Gewinn weiterverkauft, kann hinterher immer sagen, wie schlecht die Ware doch ist."
Sei doch mal ehrlich: Wo (von Ausnahmen abgesehen) waren DDR-Betriebe leistungsfaehig?
Die Produktion reichte in der Regel nicht zur Versorgung der einheimischen Bevoelkerung,
teilweise wurde mit Kampfpreisen exportiert, um an Valuta zu gelangen (d. h. es war nicht die ueberragende Qualitaet),
vieles ging zu Lasten der Arbeitnehmer (Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz)
vieles ging zu Lasten der Bevoelkerung (Umweltschutz, etwa Luft und Wasser),
vieles ging zu Lasten von "Kunden" (med. Forschung an Patienten oder Insassen),
vieles war politische Eitelkeit (z. B. Produktion von Mikro-Elektronik um jeden Preis zu einer Zeit, wo man Bauteile aus Fernost zu Kleinbetraegen kaufen konnte - aber Erich wollte SEINEN Chip...)...
Was herausragend war, ist allerrdings, dass ein verhaeltnismaessig kleiner Staat (17 Mio. Einwohner entsprechen der Bevoelkerung von Nordrhein-Westfalen) sich einen so riesigen Militaer- und Polizei-Apparat leisten konnte:
Haette man nicht einen so grossen Teil des BIP fuer Polizei und Militaer aufwenden muessen, sondern in die Erneuerung der Produktionsmittel investieren koennen (zumal ja auch viele helle Koepfe bei den "unproduktiven" Gruppen dabei waren), haette das sicher anders ausgesehen, aber so?
Bei aller Nostalgie:
Auch wenn nicht ALLES schlecht war, war die Wirtschaft der DDR insgesamt so marode, dass das System ohne Wende nur wenige Jahre ueberlebt haette.
EDIT:
Das bedeutet nicht, dass die Menschen nicht fleissig odeer dumm waren - es stellt lediglich klar, dass das, was herauskam, nicht toll war (u. a. wegen staatlicher Vorgaben und aufgrund von Lenkung - freie Maerkte regulieren sich selbst, da muss etwa ein Modellwechsel erfolgen, um ein Produkt attraktiv zu machen/zu halten, waehrend man hier ja kaum dem Bedarf hinterher kam.
/EDIT
Was nach der Wende sicher fuer begehrlichkeiten sorgte, waren Maerkte, d. h. Kunden und Vorraete, aber in den wenigsten Faellen technologisches Know-how. Aber in welchem Wirtschaftsbereich war die DDR auf irgendeinem Gebiet fuehren?
So, und jetzt schlagt auf mich ein...
Gruss vom
B. S.
Besten Gruss
BautznerSenf
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Das bezweifle ich ja nicht, aber einige Unternehmen, die es noch gibt zeigen doch, wie es richtig geht. Man hätte damals anders vorgehen müssen ! Mit dem Polizei/Stasi/Militärapparat hast du vollkommen Recht - allein wenn ich bedenke was die Mauer im Unterhalt und Ausbau gekostet hat. Hätte die DDR bis 2000 überlebt, dann wäre das jetzt ne Hightech Sicherheitszone.
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Welche Unternehmen?
Meinst Du die uebernommenen Markennamen, etwa Minol und Co.?
Da wurde fuer hunderte von Millionen investiert, die alten Anlagen in Schwedt, Schwarze Pumpe und Leuna, Buna, Bitterfeld waren doch nichts!
Weshalb sind denn da die ganzen Industriebrachen? Gerade weil man "auf der gruenen Wiese" neue moderne, leistungsfaehige Anlagen augfebaut hat - und die haette sich die DDR_Wirtschaft gar nicht leisten koennen!
Beste Beispiele:
August-Horch-Museum und Fahrzeugmuseum Frankenberg - VEB Sachsenring ("Trabant") und VEB IFA (u. a. "Barkas", "Robur") durften keine Modellpflege betreiben und neue, verbesserte und weiterentwickelte Modelle produzieren, weil man dazu Anlagen haette umbauen und in neue Maschinen investieren muessen, doch dazu hatte man keine Mittel. Also gab es ministerielle Erlasse, dass die Produktion mit den vorhandenen Mitteln unveraendert fortzufuehren sei und Prototypen zu verschrotten seien, um ja keine Begehrlichkeiten zu wecken...
Folge: Der W 50, der L 60 und der barkas waren technisch hoffnungslos veraltet, obwohl sie bei ihrem Erscheinen mal moderne Fahrzeuge gewesen waren - aber mehr als mal geaenderte Tuergriffe oder Hupen-Knoeppe waren einfach nicht drin... :-(
B. S.
Besten Gruss
BautznerSenf
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Mir als Wessi sind solche Aussagen von ehemalige DDR angehörige schon öfters zu Ohren gekommen
und sie klangen durchaus glaubhaft. Warum sollte man also über dich herfallen.
Alleine die Tatsache das der DDR-Bürger jahrelang auf ein Auto warten mußte was den Namen so
in der heutigen wertung nicht verdiente Auto genannt zu werden.
Sicherlich ist es nicht an der intelligenz der Bürger gelegen, sondern alleine nur an die Politische
Führung die jeden Fortschritt topedierte aus dem Machtkalkül herraus. änlicher vergleich könnte man
bei uns mit den " Grünen " anstellen.
ich denke, das man diese beide Dinge in gewisser weise auseinanderhalten sollte.
Es würde das Ost-West verhältnis unter den normalen Bürger etwas mehr entspannen.
Wie bereits hier erwähnt..................
" einige wenige aus dem Westen, die sich bereicherten " dies ging aber nur einher mit gewisse Leute aus
der Ex-DDR. wir ...die Bürger sollten das nicht aus denm Auge verlieren "
wer fehler findet, darf sie behalten, ich habe reichlich davon.
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Zitat von Smithie23
Das bezweifle ich ja nicht, aber einige Unternehmen, die es noch gibt zeigen doch, wie es richtig geht. Man hätte damals anders vorgehen müssen !
Wie?? Man hätte die DDR-Betriebe weiter rumwursteln lassen sollen ohne finanzielle Unterstützung und abwarten, welche es aus eigener Kraft schaffen. Man kann ein Land nicht mit Rotkäppchen Sekt und Halloren Kugeln ernähren. Die Treuhand hat doch nur die Konkursmasse verwaltet.
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Ok - dann werfe ich mal eine Frage in den Raum (und auch auf mich könnt ihr einprügeln ): Warum mußte ich nach der Wende mit subventionierter Kohle aus dem Ruhrpott heizen,wo ich doch das Zeug's fast vor der Haustür liegen hatte???
Wenn ich groß bin gehe ich zur Volksarmee... :-D Внимание! Внимание!
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Frag mal deinen Kohlehändler!
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Dann möchte ich es mal präzisieren: Könnte es vielleicht daran gelegen haben,daß man einen riesigen Industriezweig im Westen aufrecht erhalten wollte/mußte,und deshalb diesen Industriezweig im Osten kaputt machte???
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Zitat von FEINDFLIEGER
Dann möchte ich es mal präzisieren: Könnte es vielleicht daran gelegen haben,daß man einen riesigen Industriezweig im Westen aufrecht erhalten wollte/mußte,und deshalb diesen Industriezweig im Osten kaputt machte???
Nein ! Es war ALLES schlecht und alt. Die DDR Kohle war vermutlich auch ne Andere, als ausm Ruhrpott !!
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Es geht ja wohl nicht darum, wie leistungsfähig, modern und innovativ die Betriebe WAREN,
sondern welches Potentialsie besitzen und was man mit vertretbaren Aufwand daraus hätte machen können.
Abwickeln war wohl der bequemste Weg , keinesfalls aber der Beste .
Und weil unser Reporter Trabant und Wartburg angesprochen hat :
Das Potential der Automobilstandorte wurde ja wohl erkannt und genutzt . Sowohl in Zwickau und Eisenach, aber
auch in Ludwigsfelde werden noch Kraftfahrzeuge produziert , unter anderer Flagge zwar , aber das hat wohl eher Marketinggründe.
Eine international bekanntes Label verkauft sich nun mal besser .
Auch in anderen Branchen war durchaus Potential da , aber die ehielten keine Chance,
wohl auch , weil die Wende gerade in die Zeit der Globalisierung fiel . Und Klamotten kommen nun mal aus China ,
wie so vieles andere auch .
Allerdings, die besten Fernseher kommen wohl wieder aus Staßfurt ( www.technisat.de ),
und die besten Lautsprecher nach wie vor aus Geithain ( www.me-geithain.de ) - beides glücklicherweise
nicht zu Dumpingpreisen .....
Revolution ist das Morgen schon im Heute,
ist kein Bett und kein Thron für den Arsch zufriedener Leute.
(Renft - Zwischen Liebe und Zorn )
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Zitat von Smithie23
Die DDR Kohle war vermutlich auch ne Andere
Ja - die hieß Ostmark... Vielleicht lag es auch nur am Verhältnis Westen/Osten,denn immerhin sprechen auch heute noch knapp 60 Millionen kein Ostdeutsch...
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