In Antwort auf:
Sogar ein Hartz-IV-Empfänger lebt, wenn man nur das Materielle betrachtet, nicht schlechter als damals ein durchschnittlicher DDR-Bürger.
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Ganz so einfach war das ja nicht, DL. Eigentlich hatte man auch zu wenig Geld, um die Mangelwaren zu bekommen: Gebrauchte Trabbis für mehr als den Neupreis, oder in DM tauschen für 1:4 (wenn man Glück hatte) bis 1:10 (wenn das Angebot an DM mal wieder schlecht war), weil man etwas aus dem Intershop brauchte, oder technische Güter, die oft mehrere Monatsgehälter kosteten (z.B. mein erster Schwarz-Weiss-Fernseher für 1.500 M bei einem Nettoverdienst von 800 M), das Problem, dass ich zuviel Geld hatte, kannte ich nicht.
Der entscheidende Unterschied war, dass ich mir wegen Miete und Grundversorgung an Lebensmitteln keine Gedanken machen musste, da beginnen beim ALG2-Empfänger die existentiellen Probleme.
Gruß
JoeSachse
Das Leben ist viel zu kurz, um schlechten Wein zu trinken. (Goethe)
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@JoeSachse
Ich habe in meiner DDR-Zeit noch nie Westmark gekauft, vielleicht war ich dazu zu geizig, ich habe nur einmal zufällig erhaltene 10 DM verkauft. Und selbst mit 420 MDN brutto als Reichsbahnhauptassistent hatte ich gefühlt mehr Geld zur Verfügung als heute.
Und mein letztes Gehalt von 1320 M netto (HF5+Zulagen)konnte ich eigentlich gar nicht mehr ausgeben
Gruß DL
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Sorry, ich muß mich korrigieren.
Der Wohnungsstandard eines Hartz IV Empfängers ist nicht etwa gleich dem eines DDR-Durchschnittsverdieners, er ist weit höher. In Bruchbuden (ein hoher Prozensatz der Altbausubstanz in der DDR waren nach heutigen Maßstäben Bruchbuden) zieht heute kein Hartz IV Empfänger, in Berlin vermeidet er nach Möglichkeit in die DDR-Plattenbauten zu ziehen.
Um hier unseren Märchenonkel etwas zu korrigieren, laut Wikipedia sah es so aus:
In Antwort auf:
der staatlich festgesetzte monatliche Mindestlohn (Vollzeittätigkeit) betrug in der DDR 400 Mark der DDR im Jahre 1976. Das tatsächliche Haushaltsnettoeinkommen betrug 1980 bei einem Einpersonenhaushalt 778 Mark der DDR, bei einem Vierpersonenhaushalt 1720 Mark der DDR (Statistisches Jahrbuch der DDR 1981).
Der Durchschnittsverdienst eines Industriearbeiters betrug im Jahr 1970 748 Mark pro Monat brutto.
In Antwort auf:
"Die DDR als Unrechtsstaat zu bezeichnen, um die BRD als das Gegenteil davon zu implizieren, ist allerdings nur ein rhetorischer Taschenspielertrick. Man sagt “Die Bösen da”, und meint “Wir Guten hier”." (Siegfried Gipp)
Zitat von herman
Deswegen versuchte man die hohen Ostmarkbestände über Abschöpfkonstruktionen wie Intershop, Delikat-Läden oder Forums-Schecks wieder aus dem Verkehr zu ziehen.
Vielleicht, weil ich nicht in Berlin wohne, wohne ich in einer DDR-Platte. Und das ALG2-Empfänger sich den bestmöglichen Wohnstandard suchen, ist ja logisch. Wenn mir jemand die Miete zahlen würde, täte ich es auch. Aber das liegt am System, am heutigem Gesetz. Ich dagegen bin froh, wenn ich etwas billiger, weil weniger saniert, wohnen kann.
Und unserem Ministerpräsidenten würde ich entgegnen: Wenn ein Staat Millionen seiner Bürger zu Almosenempfängern macht und ihnen keine Lebensperspektive gibt, sollte er sich nicht anmaßen, sich Sozial- oder Rechtsstaat zu nennen.
Gruß DL
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Zitat von DeutschLehrer
Ich habe in meiner DDR-Zeit noch nie Westmark gekauft, vielleicht war ich dazu zu geizig, ich habe nur einmal zufällig erhaltene 10 DM verkauft. Und selbst mit 420 MDN brutto als Reichsbahnhauptassistent hatte ich gefühlt mehr Geld zur Verfügung als heute.
Und mein letztes Gehalt von 1320 M netto (HF5+Zulagen)konnte ich eigentlich gar nicht mehr ausgeben![]()
Gruß DL
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Zitat von WegaZitat von herman
Deswegen versuchte man die hohen Ostmarkbestände über Abschöpfkonstruktionen wie Intershop, Delikat-Läden oder Forums-Schecks wieder aus dem Verkehr zu ziehen.
Den Abschöpfungskonstrukt für die Mark der DDR über Intershop und Forumscheck solltest du mal logisch erläutern!
In Antwort auf:
oder in DM tauschen für 1:4 (wenn man Glück hatte) bis 1:10 (wenn das Angebot an DM mal wieder schlecht war), weil man etwas aus dem Intershop brauchte, oder technische Güter, die oft mehrere Monatsgehälter kosteten
Zitat von hermanZitat von WegaZitat von herman
Deswegen versuchte man die hohen Ostmarkbestände über Abschöpfkonstruktionen wie Intershop, Delikat-Läden oder Forums-Schecks wieder aus dem Verkehr zu ziehen.
Den Abschöpfungskonstrukt für die Mark der DDR über Intershop und Forumscheck solltest du mal logisch erläutern!
Wie Joe schrieb funktionierte das so:In Antwort auf:
oder in DM tauschen für 1:4 (wenn man Glück hatte) bis 1:10 (wenn das Angebot an DM mal wieder schlecht war), weil man etwas aus dem Intershop brauchte, oder technische Güter, die oft mehrere Monatsgehälter kosteten
In einer gewissen Weise hat herman Recht. Wenn ich daran denke, daß es, abgesehen vom unbegrenzen Umtausch in sowjetische Rubel, nicht die Möglichkeit gab, die Währung unbegrenzt zu wechseln, wenn man ins soz. Ausland fuhr, so war und blieb es eine Binnenwährung, ohne DURCHSCHLAGENDE Kraft. Der bulgarische Leva und der sowjetische Rubel hatten deutlich mehr "Feuer" in den "Knochen". Aber die finanzielle "Schlagkraft" der DDR Bevölkerung war allen anderen RGW Staaten deutlichst und turmhoch überlegen. In der UdSSR waren ein Leben mit 80 sowjetischen Rubeln ohne weiteres möglich, im Monat. 10 Kopeken = 1 Brot, 1 kg gute runde Schinkenwurst = 4 Rubel, das teuerste Eis 28 Kopeken, 1x fliegen von Simferopol nach Leningrad = 40 Rubel. Ein Wasser aus dem Automaten = 1 Kopeke. Pralinen 20 Kopeken eine Packung. Und in der DDR sah es schon anders aus. Wir hatten Geld genug, aber kaufen konnte man wenig. Ich erinnere mich, ich tauschte ohne weiteres cirka 700 sowjetische Rubel (1:3) für meine erste Reise und bekam sie nicht unter in Sotschi, Rostow, Moskau. Wenn das für den Tschechen, oder Ungarn, oder Bulgarien, möglich gewesen wäre, es wäre einiges anders gekommen. Garantiert. Und wie sieht es heute mit dem Euro aus. Zu D Mark Zeiten war das noch anders. Wenn ich da an den Warenkorb im Kaufland mit 100 D Mark denke und heute mit 50 Euro. Wo ist der Unterschied???????
Wer sind die besten Fälscher der Welt? Die Medien!!!!
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Zitat von mutterheimat
Wenn ich da an den Warenkorb im Kaufland mit 100 D Mark denke und heute mit 50 Euro. Wo ist der Unterschied???????
Und für 50 M waren zwei Körbe voll
Gruß DL
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Es wurde Westgeld abgeschöpft. Es hat sich immer alles ums Westgeld gedreht. Deshalb wurden doch auch die Forumschecks eingeführt.
"Ostgeld abschöpfen", leuchtet mir nicht ein. Die Waren waren eh knapp, egal wie viel Geld im Umlauf war und frei konvertierbar war das Geld doch auch nicht. Ein Grund, weshalb es auch aus Aluminium war.
Ich glaube, es ging letztlich nur darum, das Volk bei Laune zu halten. Die einen, die viel Ostgeld angehäuft hatten, durften sich Farbfernseher für 7000 Ostmark kaufen, die anderen für 20 Pfennige Bus fahren.
Viele waren damit glücklich, sind nicht auf dumme Gedanken gekommen, immer brav wählen gegangen und haben keine Ausreiseanträge gestellt.
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Zitat von Kehrwoche
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